Forschungsgruppe zu (Un-)Sichtbarkeit im digitalen Zeitalter startet

Die neu gegründete Forschungsgruppe „Hide and See(k) – Visibility in the Digital Age“, die als Arbeitsgemeinschaft durch das Center of Advanced Internet Studies gefördert wird, traf sich am 16. und 17.08.2018 zum zweitägigen Auftaktworkshop am CAIS in Bochum. Die Forschungsgruppe besteht aus Wissenschaftlerinnen deutscher, österreichischer, schweizerischer und schwedischer Universitäten und untersucht, wie wichtig Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit in der digitalen Welt ist.

Die Forschungsgruppe setzt sich mit der Frage auseinander: Welche Bedeutung hat (Un-)Sichtbarkeit in der digitalen Welt, wie entsteht sie und welche Folgen hat sie für einzelne AkteurInnen, Organisationen und gesellschaftlich relevante Prozesse? Während des Auftaktworkshops am CAIS diskutierten die Mitglieder unterschiedliche Perspektiven und Ansätze zu (Un-)Sichtbarkeit im digitalen Zeitalter und erörterten, wie diese theoretisch und methodisch erfasst werden können. Die Themenfelder beinhalteten dabei sowohl aktuelle Phänomene wie „Hate Speech“, die zur sichtbaren Einschüchterung und Bedrohung von Menschen eingesetzt wird, als auch gesellschaftspolitische Aspekte wie z. B. die Frage, wie Individuen und Organisationen mit einer fortschreitenden gewollten oder ungewollten Sichtbarkeit einer großen Menge an Datenspuren umgehen können.

Die Forscherinnen wollen mit ihrer Zusammenarbeit langfristig das Themenfeld im wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs etablieren. Während des Workshops wurden daher gemeinsame Forschungsvorhaben sowie weitere Arbeitsschritte wie beispielsweise Vorträge und Publikationen geplant. Auf diese Weise legten die Mitglieder die Basis für die weitere gemeinsame intensive und fokussierte Arbeit zu diesem wichtigen Themenfeld.

Hintergrund der Arbeitsgemeinschaft:

In Zeiten der Digitalisierung werden Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit zu bedeutenden Kategorien, um Kommunikation insbesondere im Internet zu beschreiben und zu erklären. Drei Dimensionen sind dabei vor allem relevant: die Sichtbarkeit von Daten, von Personen und Institutionen sowie von Strukturen und Prozessen. Es geht dabei erstens um Bedingungen der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Informationen. Zweitens wirft die Sichtbarkeit von Personen und Institutionen Fragen nach deren Sprechfähigkeit und Meinungsführerschaft auf. Nicht zuletzt geht es drittens um die Frage, was in der digitalen Kommunikation sichtbar wird bzw. was bewusst oder unbewusst (nicht) sichtbar gemacht wird.

Die Forschungsgruppe besteht aus Wissenschaftlerinnen deutscher, österreichischer, schweizerischer und schwedischer Universitäten. Sie arbeiten zu zentralen Feldern der Medien- und Kommunikationswissenschaft und vertreten unterschiedliche theoretische und empirische Herangehensweisen, die eine breite Erfassung des Begriffs „Sichtbarkeit“ erlauben.

Teilnehmerinnen des Workshops:

  • Annekatrin Bock, Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig
  • Cornelia Brantner, IWAF – Institut für Wissenskommunikation und angewandte Forschung GmbH, Wien
  • Hanne Detel, Universität Tübingen, Institut für Medienwissenschaft
  • Dr. Ines Engelmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Kommunikationswissenschaft
  • PD Dr. Merja Mahrt, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Sozialwissenschaften
  • Anne Schulze, Hochschule Koblenz, Fachbereich für Sozialwissenschaften
  • Nina Springer, Södertörn University Stockholm, School of Social Sciences
  • Helena Stehle, Universität Hohenheim, Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insb. Journalistik
  • Claudia Wilhelm, Universität Erfurt, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft
  • Birgit Mangels-Voegt, KOMPASS Beratung, Schwanewede (externe Moderation)

Hintergrund zum CAIS:

Am Center for Advanced Internet Studies (CAIS) werden die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen erforscht, die durch das Internet und die Digitalisierung ausgelöst werden. Als Forschungskolleg ermöglicht das CAIS Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis, sich als Fellows einem Projekt im Bereich der Digitalisierung und Internetforschung zu widmen. Darüber hinaus fördert das CAIS Arbeitsgemeinschaften und Veranstaltungen.

Das CAIS sucht den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und der Politik, um zu diskutieren, wie die digitale Zukunft gestaltet werden kann.

Als eigenständiges Forschungszentrum wird das CAIS von der Landesregierung NRW gefördert. Gesellschafter sind die Ruhr-Universität Bochum, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Universität Duisburg-Essen, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das Grimme-Institut (Marl).

Inhaltliche Ansprechpartnerinnen:

Dr. Helena Stehle
Universität Hohenheim
Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, insb. Journalistik
Fruwirthstraße 49
70599 Stuttgart
Te.: +49 711 459-24294
E-Mail: helena.stehle@uni-hohenheim.de

Dr. Annekatrin Bock
Georg-Eckert-Institut
Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung
Abteilung Schulbuch als Medium – SAM
Celler Str. 3
38114 Braunschweig
Tel. +49 (0)531 59099-345
E-Mail: bock@leibniz-gei.de

Ansprechpartner CAIS:

Dr. Matthias Begenat
Center for Advanced Internet Studies (CAIS) GmbH
Leiter für Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsstr. 104
44799 Bochum
Tel. +49 234 544 96 047
E-Mail: matthias.begenat@cais.nrw

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.